


Ein Porträt von Susanne Pohlmann, freie Journalistin
Hinter "Hotel Operations Assistance" steht Gründer Carsten Huth, ein Mann vom Fach.
Aufgewachsen in dem traditionsreichen Kurort Bad Pyrmont und Sohn eines mittelständischen Geschäftsmanns war ihm der Umgang mit Kurgästen und Kunden praktisch in die Wiege gelegt worden. Schon sehr früh stand für Huth fest, dass es nur einen Beruf für ihn geben könnte. "Ich wollte unbedingt mit Menschen zu tun haben", so der Wahl-Frankfurter, "und fand es einfach faszinierend, wie es die Angestellten in dem wunderschönen Kurhotel schafften, ihren Gästen das Gefühl zu geben, etwas besonderes zu sein. Selbst wenn ich als kleiner Steppke auf der Terrasse eine Schokolade mit viel Sahne trinken wollte, wurde ich behandelt wie ein Prinz. Das hat mich begeistert." So war es nur folgerichtig, dass er in "seinem Traumhotel" der Kindheit auch seine Ausbildung zum Hotelkaufmann absolvierte. Dabei erkannte er schnell, dass hinter den Kulissen eine wohldurchdachte und straffe Organisation nötig war, um den Gästen das entspannende Gefühl der Leichtigkeit zu vermitteln.
Und noch etwas erkannte er schon früh: Dieser Beruf gab ihm die Chance, die Grenzen des Kurorts zu überwinden und in die Welt hinaus zu ziehen. Zunächst ging es aus dem idyllischen Kurort im Weserbergland in die damals heimliche Hauptstadt München, dort wo die ganze Welt zu Gast war und Trends gesetzt wurden. "Erst war ich mir gar nicht so sicher, dass ich in einer Großstadt zurecht kommen würde", erinnert sich Huth schmunzelnd, "aber schon bald hatte ich die Stadt für mich erobert und wusste, dass ich überall klar kommen würde. Ein gutes Zeichen für Neu-Münchner war es, wenn man den Weg zur Arbeit nicht mehr auf den Hauptverkehrswegen nahm, und statt dessen geheime Schleichwege kannte. Das brachte einem dann von den echten Münchnern ein anerkennendes Kopfnicken ein." Jetzt war er bereit, endgültig seinen Horizont zu erweitern und vor allem auch seine Sprachkenntnisse zu vertiefen.
Seine erste Station war England, wo er sein Schulenglisch ganz schnell perfektionierte. Huth: "Bis dahin war mir gar nicht bewusst gewesen, dass ich ein Ohr für Sprachen habe." Doch noch wichtiger war sein Einstieg in einer der größten Hotelketten der Welt, InterContinental. Weltweit den höchsten Standard zu garantieren erschien ihm davor ein unerreichbares Ziel, daher schaute er seinen Vorgesetzten und der Organsisation ganz genau auf die Finger. "In diesem Spitzenhotel mit verwöhnten Gästen aus aller Welt wirkte alles so entspannt und leicht", erinnert sich der 42jährige. "Die Gäste fühlten sich ausgesprochen wohl und ahnten nicht, was für ein ausgeklügeltes Organisationssystem dahinter steckte. Hier bekam ich eine Ahnung davon, wie ein Hotel erfolgreich zu managen ist." Und diese Erkenntnis vertiefte sich auf seinen weiteren Stationen in Luxemburg und Paris, wo er auch seine Französischkenntnisse perfektionierte, aber auch ein Gefühl für unterschiedliche Mentalitäten und Kulturen entwickelte, was ihm noch heute eine große Hilfe ist bei seiner Arbeit.
Schnell findet sich Carsten Huth in Menschen und Situationen ein, reagiert entsprechend und entdeckt Lücken im System. Fähigkeiten, die ihn innerhalb der Steigenberger Organisation in Frankfurt schnell vom Front Office des Frankfurter Hofs in die Verwaltungszentrale beförderten. Seine charmante, freundliche, aber bestimmte Persönlichkeit machten ihn dort in der Hauptabteilung Organisation zu einem zähen, aber geschätzten Verhandlungspartner für Verkäufer von Firmen und Organisationen. "Obwohl ich in dieser Position mit großem Erfolg arbeitete und man mir immer verantwortungsvollere Projekte selbstständig überließ, fehlte mir etwas", so Huth, "nämlich der direkte Kontakt zum Gast. Ich hatte richtig Entzugserscheinungen und es zog mich fast magisch immer wieder in die Lobby des Frankfurter Hofs."
Sein persönliches Interesse für technische Neuerungen ließ ihn schnell erkennen, dass hier große Möglichkeiten liegen für die erfolgreiche und gast-orientierte Arbeit vor allem im Front Office-Bereich, die noch nicht optimal genutzt wurden. Der gekonnte Einsatz der Technik, der niemals den Gast aus den Augen verlieren darf, kann Verwaltungsaufwand reduzieren und Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen machten Huth dann schnell zum Fachmann auf diesem Gebiet. So stieg er auf zum verantwortlichen Projektleiter und Ansprechpartner für den Front-Office Bereich. Mehrere Jahre war Huth so für die Organisation und Datenverarbeitung der Steigenberger Hotelgruppe verantwortlich, stand bei Neueröffnungen beratend zur Seite und hielt Schulungen für die Mitarbeiter ab. Unter anderem übertrug man ihm den Auftrag, sämtliche deutsch-sprachigen Steigenberger Hotels auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und die Mitarbeiter vor Ort zu schulen. "Das war genau mein Ding", erkannte Huth schnell, "und schon damals keimte in mir die Idee auf, daraus etwas zu machen."
Aber es blieb erst einmal bei der vagen Idee, denn dann bot sich ihm eine ganz besondere Herausforderung, bei der er sich praktisch selbst beweisen wollte, ob seine Erfahrungen und Erkenntnisse in der Praxis auch wirklich konsequent durchführbar und am Ende zum Erfolg führen würden. Er übernahm die Leitung eines bis dahin eher erfolglosen Stadthotels, welches er in dem hart umkämpften Frankfurter Markt wiederbeleben wollte, denn Huth erkannte schnell das eigentlich vorhandene Potential. Hier hielt er alle Fäden in der Hand und krempelte das Hotel von Grund auf um - von der Zimmereinrichtung über das Service-Angebot bis zum Marketing und die Verwaltung. Und in nur drei Jahren war es ihm gelungen das 75-Zimmer-Hotel wieder nach oben zu bringen mit 12% höhere Belegung und einem höheren Zimmerpreis. "Das hat mir die Bestätigung gegeben, die ich noch brauchte, um sicher zu sein, dass mein Konzept greift und bei konsequenter Umsetzung den Erfolg eines Hotels garantiert", erklärt der Selfmade-Mann.
Diese vielseitigen und fundierten Kenntnisse sind heute die Grundlage für die erfolgreiche Beratertätigkeit der "Hotel Operations Assistance", die seit ihrer Gründung im Jahr 2000 bereits einer ganzen Reihe renommierter Hotels geholfen hat, kleinere und größere Probleme schnell und effizient zu lösen. Gerade die Tatsache, dass Carsten Huth das Gastgewerbe von der Pike auf kennen gelernt hat, alle Hotelkategorien von Innen kennt wie seine Westentasche, den Gast nie aus den Augen verliert und dabei ihm auch die menschliche Komponente auf Seiten der Mitarbeiter nicht egal ist, macht seine Beratertätigkeit so erfolgreich. Mit seiner Leidenschaft für die Sache und seiner menschlichen Größe findet er immer den richtigen Ton, so dass seine Worte selten ungehört verhallen, weder bei den Chefs noch bei den Mitarbeitern. "Das ist eben so meine Art", meint Huth bescheiden, "da kann ich gar nichts dafür. Aber ich bin froh, dass ich dadurch als Berater helfen kann, Probleme zu lösen. Mir macht das einfach nur Spaß!"